13,87h – oder auch: Einfach mal raus!

Ihr kennt das bestimmt: Du willst unbedingt Mopped fahren, einfach mal raus, findest aber irgendwie die Zeit nicht. So ging es mir Ende August 2015. Ein par Tage frei, aber doch nicht so richtig. 1000 Dinge um die Ohren und nie richtig Luft. Bis ich irgendwann innerlich um Hilfe rief. „So jetzt ist mir alles egal, morgen geh ich Mopped fahren!“ schrie ich und schmiedete auch sofort gedanklich eine Tagesroute zusammen…..

Ich will einfach nur fahren. Eine ausgiebige Tagestour. Direkt mal geschaut, Sonnenaufgang soll um 6:31 Uhr sein. Alles klar. das wird meine Abfahrtszeit.

Sonnenuntergang ist um 20:22 Uhr. Ok, bis dahin möchte ich wieder zu Hause sein. Das sind 13,87 h Zeit für mich, die Straße (oder auch gerne neben der Straße) und meine XL.  – 13 h, 52 Min –

Ich ging früh ins Bett und stellte mir den Wecker. Als ich morgens wach wurde erschrak ich ein wenig als ich auf die Uhr schaute. Dort stand 7:31 Uhr. 🙂 – Bleiben also 12 h, 52 Min. zum Mopped fahren! 🙂

Jetzt aber rasch raus aus der Kiste. Kaffee, Katzenwäsche, rein in die Moppedklamotten und ab aufs Mopped. Noch schnell an die Tanke und ab zum Bäcker Frühstück einladen. Als ich bei meinem Bäcker das Mopped ankickte war es genau 8:30 Uhr. Bleiben also noch 11 h, 53 Min.

Raus aus der Stadt, Richtung grob süd-östlich in den Spessart hinein. Hier hats wenigstens noch den ein oder anderen legal befahrbaren Forstweg. 🙂 Nach knapp 1,5 h Fahrt sitze ich mitten im Wald auf einer Bank, genieße die tolle Aussicht und mein morgens gekauftes Frühstück! 🙂
Frühstück

 

 

 

 

 

 

 

 

Pausenblick

Noch 9h 44 Minuten. Von hier ab entscheide ich mich, dem Navi mitzuteilen, ich sei ein Fahrrad und gebe als nächstes Ziel die Milseburg in der Rhön ein. Wege, die eher Gräben gleichen führen mich entlang der A7. Mein Grinsen wird immer größer. Ich durchquere einen ehemaligen Truppenübungsplatz. Schlagbäume? Welche Schlagbäume?. Irgendwann im dicksten Wald meint mein Navie ich sei angekommen, ok! Kurz orientiert erreiche ich den Waldweg hoch zur Burgruine. Da ist heut irgendein Jäger und Förster treffen. Ich wollte eigentlich hoch fahren (Forstbetrieb frei) entscheide mich aber dann doch auf die Konfrontation mit dem Jägersvolk zu verzichten. Stattdessen gibt es in einer kleinen Kneipe bei bestem Wetter im Biergarten Schnitzel mit Pommes und ein alkoholfreies Weizenbier.

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12.45 Uhr der Tag ist noch jung. Mir bleiben noch 7 h und 37 Minuten Zeit bis zum Sonnenuntergang.

Ich fahr an die ehemalige Innerdeutsche Grenze und dann auf der Thüringer Seite entlang des Grenzstreifens auf kleinsten Wegen wieder in nördliche Richtung. Ich genieße das gemütliche wandern mit der XL.

Hisilicon Balong

Ich lass mich Richtung Norden treiben. Der Einzylinder schnurrt brav vor sich hin und ich genieße den Klang von frisch eingestellten Ventilen. Um 15.00 Uhr erreiche ich Friedewald. Ein kleines Schloß mit Kaffee und schönem Garten zwingt mich geradezu zu einer Pause. Zwei Kaffee später, es ist mittlerweile 15.40 Uhr beschließe ich mich nun einmal quer durch den Vogelsberg so langsam in Richtung Heimat zu begeben. Bis Sonnenuntergang bleiben mir nun noch 4 h und 44 Minuten.

Kaffe am Schloss

Der Moppedverkehr nimmt spontan zu als ich mich Schotten nähere. Typische Moppedstrecken ab hier. Ich häng mich an einige Gruppen an und merke wie ich immer schneller werde. Mal die 250 ccm auf Anschlag richtig ausquetschen.

In kurvigem Terrain schlängele ich mich durch eine Gruppe BMW Fahrern. Auf der nächsten Geraden ziehen Sie alle wieder an mir vorbei. Da hab ich mit meinen 17KW keine Chance. Das Spiel wiederholt sich einige male, bis die Gruppe rechts ran fährt 🙁

Als ich zuhause ankomme ist es 18.20 Uhr. Mist ich bin zu früh! „Was grinst du so?“ fragt mich Nicole. „Ach nur so“ ist meine Antwort. Die restlichen 2h und 2 Minuten bis zum Sonnenuntergang verbringen wir gemeinsam mit Rad fahren und einem kühlen Bier.

470 km stehen auf meinem Tageszähler. Ich hab 2x getankt (insgesamt für 22,14€) Mit Frühstück vom Bäcker(4,30€) dem Schnitzel an der Milseburg (17,20€) und den beiden Tassen Kaffe (draußen nur Kännchen) in Friedewald (5€)
hatte ich für 48,64 € einen genialen Mopped Tag verbracht.

Hab ich eigentlich schon erwähnt wie sehr ich die kleine XL mag? 🙂

 

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